Vererben und verschenken

Veranstaltungsrückblick zur Mitglieder-Akademie „Vererben und verschenken“ in der Stadthalle Nürtingen K3N

Vor rund 150 Gästen sprach Frank Steinhagen, Vertriebsdirektor bei Union Investment, auf kurzweilige und humorvolle Art über die Themen „Vererben und verschenken“.

Wie kann ich die Vermögensübergabe schon heute nach meinem Willen planen? Und ist mein Kapital so angelegt, damit auch die nächste Generation etwas davon hat? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab die Volksbank Kirchheim-Nürtingen eG jetzt auf einer Veranstaltung in der  Stadthalle Nürtingen K3N.

Planung der Erbschaft - je früher, desto besser

Monika Reif, Bereichsleiterin Private Banking, berichtete in ihrer Begrüßung, dass immer mehr Kunden wissen möchten, wie sie ihr Erspartes trotz Zinstief bewahren und später bestmöglich vererben können. Zugleich steige die Zahl der Erbschaften in Deutschland – und damit die Unsicherheit. Laut aktuellen Umfragen fühlt sich die Hälfte der Deutschen beim Thema Erben nicht ausreichend informiert. Frank Steinhagen zeichnete ein ähnliches Bild: „Lediglich 25 Prozent der Deutschen haben den Erbfall geregelt“, sagte er zu Beginn seines Vortrags. Dabei sei es umso wichtiger, sich früh mit der Vermögensübergabe auseinanderzusetzen.  

So sollte rechtzeitig an ein Testament gedacht werden, damit alles auch so geschieht wie geplant – insbesondere mit Blick auf den Ehepartner, der ohne entsprechende Regelung nur die Hälfte oder weniger erbt. Ebenso sollte die Erbschaftssteuer, die sich unter anderem aus der Nähe zum Verstorbenen errechne, nicht vergessen werden. Bei einem zu vererbenden Vermögen von 550.000 Euro an die Tochter greife zunächst der Freibetrag in Höhe von 400.000 Euro. Es bleiben 150.000 Euro, von denen der Fiskus in diesem Fall 16.500 Euro einbehält. Zum Vergleich: Bei Enkeln beträgt der Freibetrag nur 200.000 Euro – die Steuer würde erheblich höher ausfallen. 

Schon früh mit Schenkungen beginnen

Schenkungen zu Lebzeiten können daher sinnvoll sein, betonte Steinhagen. Zwar gelten bei Schenkungen dieselben Steuersätze wie bei Erbschaften – allerdings erneuern sich die Freibeträge alle zehn Jahre. Es lohne sich also, rechtzeitig mit dem Schenken zu beginnen. Steinhagen empfiehlt, rechtzeitig mit dem Bankberater einen Plan aufzustellen. Auch können Lebens- oder Rentenversicherungen in Frage kommen, bei denen die Vermögensübertragung bis in Detail geregelt wird und sämtliche Spielräume genutzt werden.

Das zu vererbende Kapital klug anlegen

Wer sein Erbe auf lange Zeit plane, sollte sein Erspartes klug anlegen, unterstrich Steinhagen. Angesichts des aktuellen Zinsniveaus und der Inflation sei dies ein entscheidender Faktor. Möchte ein Großvater beispielsweise seinem Enkel 10.000 Euro vererben, die auf einem zinslosen Sparkonto liegen, bleiben dem Enkel in 20 Jahren – ausgedrückt als tatsächliche Kaufkraft – gerade einmal 6.729 Euro. „Aus Angst vor Verlusten parken die Deutschen auch weiterhin ihr Geld auf zinslosen Konten. Sie verlieren damit kein Geld, aber ihr Vermögen deren Wert“, so Steinhagen. Der Prokurist empfiehlt deshalb, Aktien und Fonds den Geldanlagen beizumischen. Nur dort gebe es auf lange Sicht Rendite, trotz diverser Vorurteile. Statistiken zeigten, dass der Deutsche Aktien Index seit 1967 den Anlegern unterm Strich rund 93 Prozent Gewinne einbrachte.  

 

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